Kurzbericht zum 4. Deutschen Inspizientenkongress

Qualifiziert in die Zukunft

4. Deutscher Inspizientenkongress im Nationaltheater Mannheim vom 4.–6. Juli 2016

Von Ralph Hönle

Vom 4. bis 6. Juli 2016 fand der vierte Kongress der Inspizienten im Nationaltheater Mannheim statt. Nach den ersten drei Veranstaltungen des Inspizienten-Netzwerkes – 2013 in Schwerin, 2014 auf der BTT in Karlsruhe und 2015 in Nürnberg – war in Mannheim allein schon durch die hohe Teilnehmerzahl an Inspizienten und das anspruchsvolle mehrtägige Kongressprogramm deutlich, dass es weiterhin einen großen Bedarf an gegenseitigem Informationsaustausch und Weiterbildung in dieser Berufsgruppe gibt.

Organisiert und unterstützt wurde der Kongress durch das Nationaltheater  Mannheim (Organisation vor Ort: Marc Brinckmann, Sebastian Sollmann und Lea Tenbrock), die DTHG und das Organisationsteam des Inspizienten-Netzwerkes: Christine Curth, Tommy Egger, Ralph Hönle, Sabine Konz und Katrin Reichardt, sowie Annette Weitzmann und Juliane Schmidt-Sodingen aus der DTHG-Geschäftsstelle.

Zentrales Thema der Konferenz war die Entwicklung eines Qualifizierungsmodells mit Zertifikat. Dem vorausgegangen war die Erarbeitung einer neuen Berufsbeschreibung für Inspizienten durch das Organisationsteam, basierend auf den Ergebnissen der vorherigen Inspizientenkongresse.

Dafür waren zu den Gesprächsrunden am Montagnachmittag und am Dienstagvormittag als Referenten und Experten Wolfgang Heuer (Unfallkasse NRW), Tanja Krischer (Deutscher Bühnenverein), Jörg Löwer (Präsident der GDBA), Walter Mäcken (DTHG/Ausbildung), Rainer Münz (DTHG), Katrin Oelgarten (Rechtsanwältin) und Harald Prieß (Schulleiter EurAka Baden-Baden) gekommen.

In den Diskussionen wurde deutlich, dass die immer größer werdenden technischen Anforderungen innerhalb der Theaterproduktionen auch eine größere Verantwortung des Inspizienten verlangen. Diese Verantwortung setzt immer mehr Wissen voraus. Beidem kann der Inspizient nur über eine gute Qualifikation gerecht werden.

Dazu stellte Walter Mäcken seinen Entwurf eines Qualifizierungsmodells als Arbeitsvorlage vor. Dieser sieht eine Schulung in 5-6 Wochenblöcken vor und lässt sich bei einem Umfang von etwa 250 Stunden mit den entsprechenden Prüfungen zertifizieren.

Angesichts der immer genaueren Betrachtung der Arbeitsabläufe unter Sicherheits- und Gefährdungsaspekten kommen die Theater in Zukunft nicht mehr umhin, qualifiziertes Personal einzustellen.

Sowohl die Referenten als auch die Teilnehmer waren sich einig darüber, dass auch die Institutionen wie Bühnenverein, Intendantenrunde und Verwaltungsdirektorenrunde mit einbezogen werden müssen, um die Qualifizierung des Inspizienten zu ermöglichen.

Dies dient auch der besseren Wahrnehmung des Inspizienten. An etlichen Theatern und Institutionen wird der verantwortungsvolle Beruf noch nicht mit dem nötigen Respekt bedacht.

Am Dienstagnachmittag fand ein Vortrag von Katrin Oelgarten zu Rechtsfragen rund um den Inspizientenalltag statt. Wie im Vorjahr reichte die Zeit mal wieder nicht aus, um alle Probleme und Fragen, die von den Teilnehmern kamen, zu beantworten. Wir freuen uns schon aufs nächste Mal.

Am Mittwochvormittag standen noch ein Workshop mit Christina Barandun (Aikido Meditation & Coaching) „Kommunikation in Konfliktsituationen“ und zwei Arbeitsgruppen zum weiteren Vorgehen des Inspizienten-Netzwerkes an.

Beschlossen wurde, dass der Inspizientenkongress aufgrund der arbeitsintensiven Organisation nur noch alle zwei Jahre stattfinden soll und zwar immer im Wechsel mit der Stage-Set-Scenery  – der Fachmesse der DTHG  – die mit den Roundtables für Inspizienten auch eine gute Möglichkeit des Austausches bietet.

Rachel Candler, Fachbereichsleiterin Sage-Management am Rose Bruford College, London bietet für Juli 2017 eine 5-tägige Summer School für deutsche Inspizienten und Stage Manager an. Näheres dazu und zu allen anderen Themen rund um den Inspizientenberuf auf  www.inspizienz.de

Ein weiterer Bericht von Iris Abel ist in der BTR 04/2016 zu lesen.

 

Organisationsteam 2016:

Marc Brinckmann, Nationaltheater Mannheim

Sebastian Sollmann, Nationaltheater Mannheim

Lea Tenbrock, Nationaltheater Mannheim

Christine Curth, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

Tommy Egger, Staatstheater Nürnberg

Ralph Hönle, Landestheater Tübingen

Sabine Konz, Oper Stuttgart

Katrin Reichardt, Aalto Essen

 

DTHG-Beauftragte:

Katrin Reichardt – Aalto-Theater Essen

Ralph Hönle – Landestheater Tübingen

E-Mail: inspizienten@dthg.de

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