Kurzbericht zum 3. Deutschen Inspizientenkongress

3. Deutscher Inspizientenkongress
vom 5. bis 8. Juli 2015
im Staatstheater Nürnberg

42 InspizientInnen und Stage Manager aus ganz Deutschland, der Schweiz, Dänemark und Großbritannien kamen beim 3. Deutschen Inspizientenkongress in Nürnberg aus den Sparten Oper, Ballett, Schauspiel, Musical, Kinder- und Jugendtheater zum gemeinsamen Austausch zusammen.
Der Kongress beschäftigte sich unter anderem mit den Aufgaben, der Arbeitsweise und den Herausforderungen des Inspizienten als Bindeglied zwischen den künstlerischen und technischen Abteilungen / Gewerken und deren Zusammenspiel.
In Arbeitsgruppen wurde über Möglichkeiten der Weiterbildung und Qualifizierung für den Inspizientenberuf in Deutschland diskutiert. Daraus konnten die Inhalte zur Erstellung eines Berufsbildes zusammengetragen werden.
In diesem Zusammenhang wurde im Rahmen der Vorträge der eingeladenen Referenten Rachel Candler und Allan Lauridsen auch über die Arbeitsweise der Inspizienten in Großbritannien und Dänemark und über die dort angebotenen Studiengänge für „Stage Management“ gesprochen und es wurden Vergleiche angestellt. Hierdurch konnten die Unterschiede zum deutschen System, das die Möglichkeit eines anerkannten Berufsabschlusses augenblicklich nicht bietet, dargestellt und Verbesserungen für die eigene Arbeitsweise erarbeitet werden.
So wurde an einer Berufsbeschreibung der Inspizienten und ihres Aufgabenbereichs gearbeitet, hierbei konnten Grundvoraussetzungen, sowie Besonderheiten der einzelnen Sparten festgehalten werden. Dies war ein wichtiger Punkt, um die Aufgaben des Inspizienten besser greifbar machen zu können und ein Gesamtbild zu erstellen. Auch war man sich einig, dass am Stellenwert sowie der Anerkennung des Berufsbildes weiter gearbeitet werden muss.
Durch die große Anzahl der teilnehmenden Inspizienten konnten Impulse und Anregungen aufgenommen werden, was großen Zuspruch fand und für die Arbeit des Einzelnen als sehr wichtig empfunden wurde, da der Inspizient häufig als Einzelperson arbeitet. Durch den Kongress bot sich die Möglichkeit zum Austausch mit Kollegen über die unterschiedlichen Arbeitsweisen, bezogen auf die Anforderungen des jeweiligen Theaters.
Frau Rechtsanwältin Katrin Oelgarten referierte Über die Stellung des Inspizienten innerhalb des Vertragsrechts, sowie über verschiedene arbeitsrechtliche Fragen. Mit Wolfgang Heuer von der Unfallkasse NRW konnten sich die Kolleginnen und Kollegen intensiv zum Thema Sicherheit austauschen.
Weiterhin fand ein Workshop über Konfliktmanagement durch Gerd Peinemann-Zurheiden statt, um kompetent als Mittler zwischen Kunst und Technik vorrausschauende Lösungsvorschläge anbieten zu können. Ein Sprachtraining zum Umgang mit Einrufen mit Claudia Sendlinger ergänzte den Kongress.
Neben Vorstellungsbesuchen in Schauspiel- und Opernhaus gehörte auch eine Führung durch beide Häuser zum Programm. Hierbei konnten die Kollegen die technischen Möglichkeiten, sowie die Inspizientenpulte der beiden Häuser kennen lernen. Es entstand ein Austausch darüber, was ein „gutes“ Inspizientenpult ausmacht und worauf bei Neueinrichtungen oder Umbauten geachtet werden muss.
Der Kongress ging mit vielen neuen Erkenntnissen und Anregungen für die Inspizienten zu Ende und wurde von allen als sehr positiv und informativ bewertet. Die Zusammenarbeit wird weiter ausgebaut. Der nächste Inspizientenkongress wird vom 04. – 06.07.16 im Nationaltheater Mannheim stattfinden.

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